Geht spielen!

In diesem Artikel war kürzlich zu lesen, dass es „Spielzimmer“ für Schulen zu gewinnen gibt. Ausgangsgrundlage ist, dass in der Hirnforschung  festgestellt wurde, dass das Gehirn bei Gesellschaftspielen viele Vernetzungsmöglichkeiten, durch die angesprochenen unterschiedlichen Wahrnehmungskanäle bekommt. Aktive Erfahrungen durch habtische und optische Reize neben Kreativität und Teamgeist, werden  gefördert.

Aus eigenen Erfahrungen wissen wir um die  Konkurrenzsituationen, die manchesmal(in meiner Erinnerung) kaum auszuhalten waren. Die  darin enthaltenen sozial/emotionalen Erfahrungsmöglichkeiten sind umfassend, so dass sie ein wunderbares Übungsfeld für Kinder sind.

Alle Angebote die  neben  fern sehen und Pc-Spiele die Waage halten, um unseren Kindern aktive Wahrnehmungs-erfahrungen zu ermöglichen sind absolut notwendig und wichtig.

Doch wie sieht es mit uns Erwachsenen aus? Wer Kinder hat, kommt sicherlich schon mal eher in die Situation, ein Gesellschaftsspiel zu spielen. Doch wer von uns  hat in letzter Zeit mit Ewachsenen, ein Gesellschaftsspiel gespielt?

Die Wirkung des Spiels wird/wurde oft unterschätz, die Sinnhaftigkeit und Deutung des Spiels von vielen untersucht:

Das Spielen galt lange Zeit lediglich als ein Ausdruck der kindlichen Seele und  war auch nur bei Kindern geduldet . Ein Versunkensein eines Menschen, dem entgeht wie die Zeit verrinnt, galt bei Erwachsenen als Zeitvergeudung.

In den heutigen Deutungen wird dem Spiel die Kraft zugesprochen, in das menschliche Sein und in die Ordnung der Gesellschaft einzugreifen und sich an verschiedenen  Orten und Zeitpunkten in das Leben der Menschen einzumischen.

Roger Cailois war  überzeugt: „, ….. Aber in Wirklichkeit ist dieses ständige unterschätzen des Spiels seine große Stärke. Das Spiel befindet sich nicht am Rande der Gesellschaft, sondern in ihrem Zentrum, in uns allen.“ Caillois beobachtete, dass das Angebot an Spielen, im Zusammenhang mit der Gesellschaft steht. Es geht um ähnliche Dinge: Geld, Macht, Zufall

Auch Schiller erkannte  zu seiner Zeit, dass durch die Losgelöstheit der Zwänge im Spiel, eine freie und befreiende Kreativität möglich wird. „Es wird eine  eigene Welt erschaffen, in der Neues entsteht; was es noch nicht gibt oder nie geben wird.“

Das Spiel also, als Chance zur Selbstverwirklichung. Eine Möglichkeit eine unbekannte Seite, eine Neigung oder Einstellung an sich zu entdecken,  die beim Spielen  die Gelegenheit bekommt  sich auszudrücken.

Ich z.B. liebe das Spiel „activity“. Die unterschiedlichen Anforderungen: etwas darstellen, zeichen und reden und  das Raten in Teams, vereinen viele Dinge die ich mag. Strategiespiele wie „Risiko“ finde ich langweilig.

Wenn wir unsere Auswahl  der Spiele betrachten, wird es interessant. Wir wählen einen Spieltyp, der unser eigenes Denkprinzip enthält. Was bin ich für ein Typ?  Liebe ich die Macht des Zufalls(alea), z.B. bei einem Würfelwurf oder fasziniert mich der Wettkampf(Agon). Verfalle ich in einen Spielrausch(Illinx) oder mag ich die Nachahmung und Maskierung(mimikry).

Wer lange nicht gespielt hat, hat vielleicht  Lust und Anlass bekommen, sich in die entsprechende Abteilung des Kaufhauses zu begeben…..

Für die anderen, die Spielertypen unter uns, welches sind eure Lieblingsspiele? Über Empfehlungen würde ich mich sehr freuen.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter blog, Kinder, Lebenswerte, von UNTEN nach OBEN

4 Antworten zu “Geht spielen!

  1. Oh wie interessant. Mit Erwachsenen spiele zu spielen ist finde ich immer eine sehr gute Möglichkeit, um viele Facetten der Einzelnen kennenzulernen. Gerade gestern, an Heiligabend, wurden in meiner Familie so viele Spiele gespielt. Welche ich sehr liebe, sind einfache Spiele: so wie „Ligretto“, oder „Schwarzer Peter“ oder ein afrikanisches Spiel mit Steinen, wo ich den Namen nicht kenne.

  2. Es gibt in meiner Kindheit ein Weihnachtsfest, dass sehr besonders war. Damals hatten meine Eltern uns vier Kindern eine Fülle neuer Spiele geschenkt. Bei Ravensberger waren gerade Lern- und Gedächtnisspiele ins Programm gekommen – und meine Eltern hatten großzügig zugegriffen…

    Wir haben mit ihnen den ganzen Abend auf dem Boden gesessen und uns gemeinsam durch die Spiele gespielt. Jeder von uns war versunken in das Erforschen der Spiele. Jeder war neugierig auf die neuen Herausforderungen. Meine Eltern waren genauso neugierig wie wir. Auch sie wollten verstehen, wie sie funktionieren und zeigen, was sie können.

    Im Spiel waren auf einmal alle gleich. Alle hatten rote Backen. Alle haben sich über die eigenen Fehler geärgert und sich über die Fehler der anderen gefreut. Wir haben zusammen gelacht und zusammen gestaunt. Und die neue Art zu Denken, die diese Spiele von uns forderten, hat jeden von uns begeistert.

    Spielen hat uns alle verbunden – über Generationsgrenzen hinweg. So ist dieses Weihnachtsfest zu einer der glücklichsten Momente meiner Kindheit geworden.

  3. Pingback: Kinder lernen über den Körper « Physiotherapie

  4. Martin Wilhelm

    Ich habe das miteinander spielen, vor allem mit meinen erwachsenen Kindern und mit meiner Frau vor 2 Jahren in einem gemeinsamen Urlaub neu für mich entdeckt und bin seit dem begeistert. Egal ob Doppelkopf, was wir schon sehr lange spielen oder Siedler von Catan, Uno, Memory, „Stadt – Land – Fluss“, Scrabble oder Backgammon. Unser neuestes Highlight ist „Wii“. Hier kann man nicht nur miteinander spielen, sondern zusätzlich bewegt man sich auch noch und das macht riesigen Spaß. Eine Wii ist vor allem auch für ältere Menschen toll. Auf einem Sonntag war meine Mutter mit ihrer Freundin bei uns zu Besuch und wir haben gemeinsam Wii gespielt. Golfen, Tennis und so weiter. Es hat den Beiden soviel Spaß gemacht, das sie sich jetzt auch eine kaufen wollen. Ist das nicht toll. Das miteinander Spielen ist eine wunderbare Art der Kommunikation.

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